Klimaschutz geht uns alle an, denn die fortschreitende Klimakrise hat großen Einfluss auf uns und unsere Stadt.
Um die Erderwärmung und ihre Auswirkungen zu begrenzen, hat Achern in den vergangenen Jahren mit Hilfe von Bürgerinnen und Bürgern ein Klimaschutzkonzept entwickelt. Doch für eine erfolgreiche Umsetzung bedarf es vieler engagierter Menschen innerhalb und außerhalb der Verwaltung. Daher benötigen wir auch Ihre Hilfe und möchten sie dazu einladen, den Klimaschutz in Achern voranzubringen.
Bereits zum dritten Mal organisierte Klimaschutzmanagerin Lena Egeler die Angebote „Klimafrühstück“ und „Klimadetektive“. In einem Theaterstück sowie direkt am Frühstückstisch konnten die Kinder auf spielerische Weise mehr über die Ursachen und Folgen des Klimawandels erfahren. Gemeinsam wurde überlegt, was jede und jeder Einzelne im Alltag tun kann, um klimafreundlicher zu leben.
Welche Auswirkungen der Klimawandel vor Ort haben kann und wie wir uns daran anpassen können, stand beim erstmals angebotenen Workshop „Klimahelden“ im Mittelpunkt. Klimaanpassungsmanagerin Nadia Helmbold beschäftigte sich gemeinsam mit den Kindern mit den Themen Starkregen und Versickerung. In einem Experiment konnten die Kinder selbst beobachten, wie Wasser versickert und welche Rolle unterschiedliche Flächen dabei spielen.
Kreativ wurde es anschließend an den Bastelstationen: Hier konnten die jungen Klimaheldinnen und Klimahelden ihre ganz eigene grüne Stadt der Zukunft gestalten. Dabei entstanden viele tolle und kreative Ideen. Die Kinder wünschen sich für ihre Stadt vor allem viel Grün und Wasser, damit es auch an heißen Tagen angenehm und kühl bleibt.
Auch für den eigenen Alltag hatten die Kinder zahlreiche Vorschläge: Statt mit dem Auto können beispielsweise häufiger Fahrrad oder Roller genutzt werden. Beim Einkauf können saisonale Produkte die klimafreundliche Wahl sein.
Mit Experimenten, Theater, gemeinsamem Frühstück und kreativen Bastelideen wurden die Kinder für Klimaschutz und Klimaanpassung sensibilisiert und gleichzeitig dazu ermutigt, selbst aktiv zu werden.
Gegenstand:
Durchführung eines Interessensbekundungsverfahrens zur Markterkundung zur Ermittlung geeigneter Umsetzungsmodelle für die Errichtung und den Betrieb eines Wärmenetzes.
Der vollständige Veröffentlichungstext erscheint im Internet auf der Homepage der Stadt Achern unter der Rubrik „Unsere Stadt - Klimaschutz“ (www.achern.de) und unter Nectanet (www.nectanet.de); Informationen unter Telefon 07841 642-1319.
Die Unterlagen zur Markterkundung können kostenlos von der Vergabeplattform: www.subreport.de/ unter der Elvis-ID E42726481 heruntergeladen werden.
Gegenstand:
Durchführung eines Interessensbekundungsverfahrens zur Markterkundung zur Ermittlung geeigneter Umsetzungsmodelle für die Errichtung und den Betrieb eines Wärmenetzes.
Der vollständige Veröffentlichungstext erscheint im Internet auf der Homepage der Stadt Achern unter der Rubrik „Unsere Stadt - Klimaschutz“ (www.achern.de) und unter Nectanet (www.nectanet.de); Informationen unter Telefon 07841 642-1319.
Die Unterlagen zur Markterkundung können kostenlos von der Vergabeplattform: www.subreport.de/ unter der Elvis-ID E45338215 heruntergeladen werden.
Der Endbericht zur Machbarkeitsstudie für ein mögliches Wärmenetz in Wagshurst ist fertiggestellt. Die Untersuchung wurde im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) durchgeführt und liefert eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die nächsten Schritte in Richtung einer nachhaltigen Wärmeversorgung.
Zentrale Ergebnisse der Studie
Die Ingenieurbüros ebök GmbH und ABO Kraft & Wärme AG haben geprüft, ob ein Wärmenetz in Wagshurst technisch realisierbar und wirtschaftlich tragfähig wäre.
Ein wesentliches Element des Konzeptes ist die Nutzung der Abwärme aus den beiden westlich gelegenen Biogasanlagen von Matthias Huber und Christian Berger. Diese Wärme könnte den abgeschätzten Wärmebedarf im Untersuchungsgebiet vollständig decken. Große Speicher und flexible BHKWs sorgen für hohe Effizienz und Versorgungssicherheit. Ergänzend wurden weitere erneuerbare bzw. Umweltwärmepotenziale untersucht. Die Bewertung dieser Potenziale kommt ebenfalls zu einem positiven Ergebnis, sodass neben der Nutzung von Biogas grundsätzlich weitere Versorgungsoptionen bzw. Ausweichmöglichkeiten bestehen. Grundsätzlich wäre die Realisierung eines Wärmenetzes in Wagshurst ein großer Schritt Richtung Klimaneutralität.
Die Studie zeigt, dass die technischen Voraussetzungen grundsätzlich gegeben sind. Hierbei wurden verschiedene Netzvarianten und mögliche Versorgungsgebiete untersucht. Zudem wurden erste Ausbauphasen skizziert – vom möglichen Startgebiet bis zu späteren Erweiterungen. Im Zielszenario könnten circa 120 Gebäude oder mehr angeschlossen werden – darunter kommunale Gebäude wie Schule, Halle, Rathaus und Kindergarten. Eine Inbetriebnahme wäre unter idealen Bedingungen bis 2031 möglich.
Für Bürgerinnen und Bürger besonders relevant:
· Das Wärmenetz würde mit Temperaturen zwischen 70 und 80 °C arbeiten – also passend für die meisten bestehenden Heizsysteme.
· Die Wärme stammt vollständig aus lokalen erneuerbaren Quellen – das Konzept umfasst eine Versorgung mit 100 % Biogas.
Die Studie bewertete zudem Investitionskosten, Wärmepreise und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass ein Wärmenetz unter bestimmten Voraussetzungen wirtschaftlich tragfähig sein kann. Entscheidend sind unter anderem die Anschlussquote, verfügbare Fördermittel und die Umsetzung in sinnvollen Ausbauphasen.
Für Haushalte besonders wichtig:
· Erwarteter Arbeitspreis: ca. 13,7–15,5 ct/kWh brutto
· Dazu kommen Investitionskosten für Hausanschluss und eine Übergabestation in Höhe von voraussichtlich 19.000 bis 25.000 EUR brutto
· Hausanschlusskosten sind für die meisten Haushalte mit einem Zuschuss von 30-70% förderfähig.
Rückmeldungen aus der Bürgerbefragung
Die im Zuge der Machbarkeitsstudie durchgeführte Bürgerbefragung liefert ein positives Bild: Viele Haushalte zeigen Interesse an einem Anschluss. Viele Bürger planen ohnehin einen Heizungstausch und sehen das Wärmenetz als mögliche Alternative. Diese Rückmeldungen helfen, die Nachfrage realistisch einzuschätzen und die Netzplanung weiter zu konkretisieren.
Ausblick
Mit dem vorliegenden Endbericht verfügt die Stadt Achern über eine solide Grundlage für die weiteren Entscheidungen. In den kommenden Monaten wird geprüft, ob auf Basis der Ergebnisse die nächsten Schritte – wie eine vertiefte Planung oder die weitere Projektentwicklung – eingeleitet werden.
Ein zentraler Faktor für die nächsten Schritte ist das Interesse der Bürgerinnen und Bürger an einer Genossenschaftsgründung, über die ein mögliches Wärmenetz betrieben werden könnte. Bereits zwei Treffen interessierter Personen haben stattgefunden, bei denen erste Fragen geklärt und mögliche Chancen diskutiert wurden.
Für die Umsetzung entscheidend:
· Nur wenn sich genügend Bürger aktiv beteiligen, kann eine tragfähige Genossenschaft entstehen.
· Die Genossenschaft wäre das Modell, bei dem Bürger direkt mitbestimmen und profitieren können.
Der Endbericht steht hier zur Ansicht und Download bereit:
Mit Unterstützung der Stadtverwaltung Achern bietet die Ortenauer Energieagentur GmbH (Offenburg) eine kostenfreie und neutrale Energie-Erstberatungen für die Bürger:innen Acherns und den Umlandgemeinden sowie des Achertals an. Die Termine finden jeden dritten Donnerstag im Monat im Rathaus Illenau in der Karl-Hergt-Straße 11 (Fachgebiet Baurecht) im Erdgeschoss Zimmer 0.017a statt. Schwerpunkt der Erstberatung sind Energieeinsparmaßnahmen und Fördermittel für Wohngebäude. Im persönlichen Beratungsgespräch verschafft sich der Berater einen ersten Überblick über den Effizienzstandard des geplanten Neubaus beziehungsweise den energetischen Zustand des Bestandsgebäudes. Er erläutert geeignete Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs wie beispielsweise die Wärmedämmung von Dach, oberster Geschoßdecke, Fassade und Kellerdecke, die Fenstererneuerung oder den Einsatz energieeffizienter Haus- und Heiztechnik wie Mikro-BHKW oder Brennwerttechnik. Die Nutzung erneuerbarer Energien in Form von Solaranlagen, Holzfeuerungsanlagen und Wärmepumpen gehört ebenfalls zur Palette der Beratungsthemen. Auch geringinvestive und organisatorische Maßnahmen zur Senkung des Stromverbrauchs können mit dem Berater besprochen werden. Hinweise zu Investitionskosten, zur Wirtschaftlichkeit, zu den gesetzlichen Vorgaben, zu passenden Förderprogrammen und den verschiedenen weiterführenden Vor-Ort-Beratungsangebote der qualifizierten Energieberater und Architekten in der Region runden die Erstberatung ab. Interessierte Bürger haben die Möglichkeit, sich nach vorheriger Terminvereinbarung kostenfrei im Rathaus Illenau von der Ortenauer Energieagentur zu diesen Themen beraten zu lassen.
Eine Anmeldung ist erforderlich. Wer Interesse hat, möge sich bei der Stadtverwaltung Achern, Fachgebiet Baurecht, Telefon 07841 642-1310 unter Angabe des Beratungsthemas melden. Zum Erstberatungstermin sollten relevante Unterlagen (Schornsteinfegerprotokoll, Energieverbrauchsrechnungen, Hausgrundriss, Fotos…) mitgebracht werden.
Die Termine für das laufende Jahr 2026 sind wie folgt:
15.10.26
12.11.26 (Ausnahme: 2. Do)
Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.total-lokal.de/city/offenburg/data/77652_38_03_25/index.html
Auf Beschluss des Gemeinderats baut die Stadt Achern ein kommunales Energiemanagement auf. Die Einführung eines kommunalen Energiemanagements ist eine prioritäre Maßnahme des Klimaschutzkonzepts der Stadt Achern und damit ein wichtiger Baustein zur Umsetzung der städtischen Klimaschutzziele.
Ziel ist es, die Energieverbräuche und Energiekosten der kommunalen Liegenschaften systematisch zu erfassen, auszuwerten und dauerhaft zu reduzieren. Das Vorhaben leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und unterstützt die Stadt Achern auf ihrem Weg zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Verwaltung.
Kommunale Gebäude wie Schulen, Kindergärten, Verwaltungsgebäude oder Sporthallen verursachen einen erheblichen Energie- und Ressourcenverbrauch. Durch ein strukturiertes Energiemanagement sollen Einsparpotenziale erkannt, technische Anlagen optimiert und die Energieeffizienz dauerhaft verbessert werden.
Ein wichtiger Bestandteil des kommunalen Energiemanagements ist zudem die enge Zusammenarbeit mit den Hausmeistern und den Verantwortlichen der städtischen Einrichtungen. Gemeinsam sollen Maßnahmen entwickelt werden, um den Energieverbrauch langfristig wirtschaftlich und nachhaltig zu reduzieren.
Durch das Vorhaben verfolgt die Stadt Achern insbesondere folgende Ziele:
Förderung des Vorhabens
Das Vorhaben wird im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert.
Projekttitel: Implementierung eines kommunalen Energiemanagements in Achern
Laufzeit des Vorhabens: Mai 2026 – April 2029
Förderkennzeichen: 67K31965
Nationale Klimaschutzinitiative
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
Weitere Informationen zur Nationalen Klimaschutzinitiative finden Sie unter: www.klimaschutz.de/kommunalrichtlinie
Im Rahmen des European Energy Awards, dem eea, werden Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, die den Energieverbrauch reduzieren, den Anteil erneuerbarer Energien steigern und die Effizienz bestehender Ressourcen verbessern. Diese Schritte sind nicht nur energie- und klimapolitisch sinnvoll, sondern führen auch langfristig zu finanziellen Einsparungen, von denen die Stadt in anderen Aufgabenbereichen profitieren kann.
Zentrales Planungsinstrument ist das Energiepolitische Arbeitsprogramm (EPAP). Bisher bündelte das EPAP prioritäre Klimaschutzmaßnahmen aus dem städtischen Klimaschutzkonzept. Das erste EPAP wurde am 25.07.2022 vom Gemeinderat beschlossen. Zahlreiche Maßnahmen daraus wurden bereits erfolgreich umgesetzt oder befinden sich aktuell in der Umsetzung.
Im Rahmen des Audits im eea-Prozess wurden weitere Entwicklungspotenziale für die Stadt Achern identifiziert und aufgezeigt. Diese hat das Energieteam in einem Workshop aufgegriffen und zu neuen Maßnahmen weiterentwickelt. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für das aktualisierte Energiepolitische Arbeitsprogramm.
Das aktualisierte EPAP 2025 fasst die Ergebnisse des eea-Prozesses und des städtischen Klimaschutzkonzepts in einem verbindlichen Arbeitsinstrument zusammen und dient in den kommenden vier Jahren als Grundlage für die strukturierte Planung und Umsetzung von Projekten. Das EPAP 2025 wurde am 29.09.2025 vom Gemeinderat beschlossen.
Ist mein Dach für Photovoltaik geeignet?
Mit dem Solardachkataster können Sie Ihr Dachpotenzial im OpenGIS-Portal der Stadt Achern unter dem Reiter „Solardachkataster LUBW“ abrufen. Das Solardachkataster der Stadt Achern zeigt, welche Dachflächen in Achern für Photovoltaik geeignet sind. Darüber hinaus erhalten Sie umfangreiche Erstinformationen zur Eignung des Daches, zur maximal installierbaren PV-Leistung, zum Stromertrag wie auch der CO2-Einsparung. Tipp: Eine optimale Ansicht des Solardachkatasters erreichen Sie, wenn Sie auf dem Reiter in der rechten Menüleiste die Katasterkarte zur Ansicht auswählen.
Bitte beachten Sie, dass die angegebenen Potenziale nur zur Erstinformation dienen und nicht verbindlich sind. Zudem ist eine technische Prüfung vor Ort erforderlich. Die Kartendaten stammen aus dem Energieatlas der LUBW (Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg), der auf Berechnungen aus dem Jahr 2021 basiert.
Weiterführende Informationen finden Sie auf der Website der LUBW. Hier finden Sie unter auch einen umfassenden Wirtschaftlichkeitsrechner.
Seit Juli 2016 setzt sich die KEFF Südlicher Oberrhein, als eine von insgesamt 12 regionalen Kompetenzstellen, für die Steigerung der Energieeffizienz im Mittelstand ein. Die Kompetenzstellen Ressourceneffizienz (KEFF+) sind eine Initiative des Landes Baden-Württemberg, gefördert durch das Land Baden-Württemberg, die EU und die Kofinanzierung die Klimapartner Südbaden.
Kern der kostenlosen, unverbindlichen Leistungen ist der KEFF+ Check, eine neutrale Ressourcen-Effizienz-Analyse der Betriebe vor Ort. Die Effizienzmoderatoren identifizieren im Rahmen des KEFF+ Checks bei einem Betriebsrundgang und im Gespräch mit den Verantwortlichen Optimierungs- und Einsparpotenziale des Gas-, Öl- und Stromverbrauchs sowie bei Bedarf auch der Potenziale hinsichtlich Materialien. Sie schlagen konkrete Verbesserungen vor, geben individuelle Tipps zu aktuellen Förderprogrammen und vermitteln bei Bedarf passende Energieberatungen.
Nutzen Sie den unverbindlichen KEFF+ Check, um Einsparpotenziale zu finden und den Ressourcenverbrauch zu reduzieren!
KEFF+ Check kurz & knapp:
Mehr Infos unter www.keffplus-bw.de bzw. www.keffplus-so.de. Ansprechpartnerin für die Unternehmen ist Alexandra Jung (0761 151 098 10 bzw. alexandra.jung(at)keffplus-bw.de).
Die Stadt Achern ist als eine der 95 großen Kreisstädten in Baden-Württemberg, die gemäß dem Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetz Baden-Württemberg (KlimaG BW) verpflichtet worden, bis zum 31.12.2023 einen Kommunalen Wärmeplan (KWP) vorzulegen.
Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategischer Planungsprozess, der ohne rechtliche Bildung aufzeigt, wie die Wärmeversorgung in einer Stadt oder Gemeinde klimafreundlicher gestaltet werden kann. Der kommunale Wärmeplan ist dabei das Ergebnis dieser Planung und dient als wichtige Grundlage für die weitere Stadt- und Energieplanung vor Ort. Ferner stellt der Wärmeplan eine wesentliche Basis zur Erreichung der Klimaschutzziele im Wärmebereich dar. In Achern wird eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2040 angestrebt.
Der kommunale Wärmeplan der Stadt Achern wurde in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates vom 11.03.2024 beschlossen und durch das Regierungspräsidium Freiburg geprüft und am 16.01.2025 freigegeben.
Kann ich mein Haus an ein Wärmenetz anschließen?
Ein zentraler Aspekt der kommunalen Wärmeplanung ist die Ausweisung von Eignungsgebieten. Es werden dezentrale und zentrale Wärmeversorgung unterschieden. Durch die Prüfung wird abgewogen, in welchen Gebieten der Aufbau eines Wärmenetzes wirtschaftlich sinnvoll ist und in welchen dies nicht der Fall ist. Acherner Bürger:innen erhalten so frühzeitig Aufschluss darüber, in welchem Eignungsgebiet ihr Gebäude liegt und welche Wärmeversorgungslösungen sie künftig nutzen können.
Wenn ein Gebiet als dezentrales Eignungsgebiet ausgewiesen wurde, sich also für einen Wärmenetzausbau als ungeeignet herausgestellt hat, liegt die Initiative im Falle eines Heizungstauschs bei den Bürger:innen selbst. Haus- und Wohnungseingentümer:innen können sofort in eine unabhängige Wärmelösung investieren.
In zentralen Eignungsgebieten hingegen besteht perspektivisch die Möglichkeit, ein Wärmenetz zu entwickeln, was Haus- und Wohnungseigentümer:innen die Option bietet, sich daran anzuschließen. So kann mithilfe einer zentralen Heizanlage Heizenergie über ein Verteilnetz an mehrere Wohneinheiten geliefert werden.
Eine Übersicht der Eignungsgebiete ist im OpenGIS-Portal der Stadt Achern öffentlich einsehbar. Diese können Sie unter dem Reiter „Kommunaler Wärmeplan 2024“ einsehen und prüfen, in welchem Eignungsgebiet Ihr Haus liegt.
Weitere Informationen sind dem zugehörigen Ortsteil-Steckbrief zu entnehmen (siehe unten).
Was ist bezüglich des Gebäudeenergiegesetzes (GEGs) zu beachten?
Unabhängig von der möglichen Ausweisung eines Wärmenetzes, müssen alle Haus- und Wohnungseigentümer:innen in Achern die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes, dem GEG, für neue Heizungen ab dem 1. Juli 2028 erfüllen (§ 71 Abs. 8 GEG). Neue Heizungen, die nach dem 30. Juni 2028 eingebaut werden, müssen mit mindestens 65 % erneuerbaren Energien betrieben werden. Heizungen, die seit dem 1. Januar 2024 eingebaut wurden, müssen spätestens ab 2029 gemäß den Vorgaben des GEG mit 15 % erneuerbaren Energien betrieben werden. Nähere Informationen zum GEG finden Sie im Informationsblatt vom BMWSB (Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen) sowie unter www.energiewechel.de/geg. Zur ersten Einschätzung bietet auch der Heizungswegweiser des BMWSB hilfreiche Informationen. Für eine individuelle, persönliche Beratung nutzen Sie gerne die kostenfreie Energie-Erstberatung im Rathaus Illenau oder das Beratungsangebot der Ortenauer Energieagentur.
Gebäudesteckbriefe für eine Einstiegsberatung in Anlehnung an die Gebäudetypologie des IWU:
Ziel und Inhalt: Im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative hat die Stadt Achern ein integriertes Klimaschutzkonzept erstellt. Das Klimaschutzkonzept dient als strategische Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für zukünftige Klimaschutzaktivitäten. Es hat zum Ziel, den Klimaschutz voranzubringen und als Querschnittsaufgabe nachhaltig in der Kommune zu verankern. Die Wesentlichen Inhalte sind:
Titel: KSI: Klimaschutzmanagement Erstvorhaben – Erstellung eines integrierten Klimaschutzkonzepts für die Stadt Achern
Laufzeit: 01.07.2021 - 30.06.2023
Beteiligte Partner: bnNETZE GmbH, Freiburg i.Br.; Energieagentur Regio Freiburg
Förderkennzeichen: 67K15599
Nationale Klimaschutzinitiative
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen und Bildungseinrichtungen.
Die Zuwendungen werden im Rahmen der Kommunalrichtlinie gegeben. Ausführliche Informationen zur Förderlandschaft der Kommunalrichtlinie sind unter www.klimaschutz.de/kommunalrichtlinie zu finden
Der eea umfasste folgende Maßnahmenbereiche:
Maßnahmenbereich 1: Entwicklungsplanung / Raumordnung
Maßnahmenbereich 2: Kommunale Gebäude und Anlagen
Maßnahmenbereich 3: Versorgung, Entsorgung
Maßnahmenbereich 4: Mobilität
Maßnahmenbereich 5: Interne Organisation
Maßnahmenbereich 6: Kommunikation, Kooperation
Die Stadt Achern ist am 6. Mai 2026 in der Klima Arena in Sinsheim, Rhein-Neckar-Kreis, mit dem European Energy Award (eea) ausgezeichnet worden. Gemeinsam mit sieben weiteren Kommunen aus Baden-Württemberg erhielt Achern die Auszeichnung für ihr Engagement im kommunalen Klimaschutz. Bürgermeister Andreas Kollefrath übernahm den Preis stellverstretend für die Stadt Achern.
Im Rahmen der Erstellung des Klimaschutzkonzeptes wurde die letzte Treibhausgasbilanz für die Stadt Achern erstellt. Die Bilanz wurde mit Daten des Jahres 2019 erstellt.
Die Energie- und Treibhausgasbilanz wurde mit dem Tool BICO2 BW erstellt (Version 2.10). Das Tool BICO2 BW verwendet den sogenannten BISKO-Standard (Bilanzierungs-Systematik Kommunal), der zur Vereinheitlichung der kommunalen Energie- und Treibhausgasbilanzen entwickelt wurde. Gemäß BISKO-Standard sind die Analysen und Ergebnisse der Energie- und Treibhausgasbilanz strikt energiebezogen. Das heißt, dass lediglich die tatsächliche in der Stadt eingesetzte Energie (in Form von Strom, Gas, Heizöl, Treibstoffe, Holz, Solarthermie usw.) berücksichtigt wird. Bei der Energie- und THG-Bilanz wird das (endenergiebasierte) Territorialprinzip angewandt. Es werden also nur diejenigen Energiepotenziale und Energieverbräuche (und aus diesen resultierend die THG-Emissionen) berücksichtigt, die innerhalb der Gemarkungsgrenzen liegen.
Die Bilanz soll regelmäßig fortgeschrieben werden, um die Wirksamkeit der Klimaschutzmaßnahmen in den kommenden Jahren zu überprüfen.
Ergebnisse der Treibhausgasbilanz:
Werden der Strom- und Wärmeverbrauch sowie der Energieverbrauch des Verkehrs in Achern zusammengefasst, ergibt dies einen Gesamtenergieverbrauch von 759.629 MWh für das Jahr 2019. Der Sektor Verkehr trug, vor allem aufgrund des Autobahnverkehrs, mit rund 50 % den größten Anteil am Gesamtenergieverbrauch. Die Sektoren private Haushalte machten 26 %, die Wirtschaft 21 % und die kommunalen Liegenschaften inkl. Infrastruktur 2 % des Gesamtenergieverbrauch aus (vgl. Abbildung 22).
Bei der Aufteilung nach Energieträgern ist deutlich zu erkennen, dass fossile, also nicht-erneuerbare Energieträger den weitaus größten Anteil am Energieverbrauch der Stadt Achern ausmachen. An erster Stelle stehen die Kraftstoffe mit 50 %. Erdgas mit 12 % und Heizöl mit 13 % wurden überwiegend für die Wärmeversorgung eingesetzt. Strom hatte einen Anteil von 18 % am Gesamtenergieverbrauch, während die sonstigen fossilen Energieträger (z.B. Kohle) einen Anteil von 2 % hatten. Erneuerbare Wärme wie Energieholz, Solarthermie und Umweltwärme lieferten insgesamt lediglich rund 5 % vom Gesamtenergiebedarf (vgl. Abbildung 23).
Auf Grundlage der Gesamtenergiebilanz der Stadt wurden die THG-Emissionen ermittelt. Demnach wurden in Achern im Jahr 2019 durch den lokalen Energieverbrauch insgesamt 246.004 t CO2e ausgestoßen. Die Emissionen liegen damit rund 10 % unter den Emissionen von 2013 (274.527 t CO2e). 2019 war der Sektor Verkehr mit 50 % der Gesamtemissionen für den größten Anteil verantwortlich. Die Wirtschaft hatte einen Anteil von 25 % und die privaten Haushalte einen Anteil von 24 %. Die kommunalen Einrichtungen machten 2 % der Gesamtemissionen aus. Abbildung 26 zeigt die Aufteilung der Emissionen auf die betrachteten Sektoren.
Bei Betrachtung der vor Ort eingesetzten Energieträger wird sichtbar, welche Energieträger in welchem Maße zu den Gesamtemissionen beitragen (vgl. Abbildung 27). Analog zu der Energiebilanz hatte der Kraftstoff auch bei der THG-Bilanz den größten Anteil der Emissionen. Obwohl der Stromverbrauch nur 18 % des Gesamtenergieverbrauchs der Stadt ausmachte, war er für ca. 27 % der THG-Emissionen verantwortlich. Dies liegt an der verhältnismäßig hohen THG-Belastung des deutschen Strommixes. An dritter und vierter Stelle waren Heizöl mit 13 % und Erdgas mit 9 %. Sehr gut schneiden die erneuerbaren Energien ab, da bei der Wärmeerzeugung selbst keine THG-Emissionen anfallen, lediglich für Transport etc. Ihr Anteil ist mit 1 % an den Gesamtemissionen äußerst gering.
Kennzahlen pro Bürger:in:
Werden die Gesamtemissionen in Relation zur Bevölkerungszahl gesetzt, verursachte jeder Bürger und jede Bürgerin der Stadt Achern THG-Emissionen in Höhe von 9,59 t CO2e im Jahr 2019. Wird nachrichtlich der Territorialstrommix der Stadt berücksichtigt, der den lokal auf der Gemarkung produzierten Strom aus erneuerbaren Energien einbezieht, reduzieren sich die Emissionen auf 9,17 t CO2e pro Person.
Damit liegt Achern mit jährlichen Emissionen von ebenfalls 9,6 t CO2äq/Person im Bundesdurchschnitt jedoch oberhalb des Landesschnitts welcher 8,1 t CO2äq/Person beträgt.
Im Jahr 2016 wurde durch die badenova AG & Co. KG Freiburg eine Energiepotenzialstudie mit Energiedaten aus dem Jahr 2013 erstellt. Darin wurde der Treibhausgasausstoß für Achern berechnet und Potenziale von Energieeffizienzmaßnahmen und Erneuerbaren Energien aufgezeigt sowie Handlungsfelder vorgeschlagen. Die Energiepotenzialstudie steht nachfolgend zur Verfügung. Zum Download bitte auf das Bild klicken.
Im Jahr 2022 wurde mit den aktuellsten verfügbaren Daten von 2019 die Energie- und Treibhausgasbilanz sowie eine Betrachtung lokaler Klimaschutzpotenziale aktualisiert. Nachfolgend steht die zusammenfassende Präsentation der wichtigsten Ergebnisse zur Verfügung. Zum Download bitte auf die Balkengrafik klicken.
Beim Vergleich der verfügbaren Treibhausgasbilanzen mit den Daten von 2013 und 2019 ergibt sich ein Rückgang der energiebedingten jährlichen CO2-Emissionen (ausgedrückt als CO2-Äquivalente) von Achern inkl. Stadtteile von rund 10 %. Bei dieser Geschwindigkeit wäre die Treibhausgasneutralität etwa um das Jahr 2071 erreicht. Zur Erreichung der Treibhausgasneutralität etwa um das Jahr 2035 müssten demnach die Anstrengungen zur Emissionsreduktion rund verdreifacht werden. Die nachfolgende Grafik zeigt die eben beschriebenen Emissionsdaten von Achern inkl. linearem Trend. Zum Vergrößern bzw. Download bitte auf das Bild klicken.